Das Phantom

Veröffentlicht in angst, dentalphobie, schritt für schritt am 9. April 2009 von ichhabeangst

gleich ist es also soweit und ich werde dem großen, bösen phantom gegenübertreten.

mit der angst ist es schon sehr komisch. aus irgendeinem grund bin ich jetzt recht ruhig, aufgeregt zwar, natürlich, aber lange nicht so panisch wie die letzten zwei wochen über.

sehr seltsam. woran das nur liegt. im moment kann ich wirklich nur von angst reden, nicht mehr von panik.

ich habe mich die letzten tage sehr viel abgelenkt, war sehr aktiv, habe viel gearbeitet in haus und garten und habe viel gelesen bzw. hörbücher gehört. ob das alleine schon gereicht hat?

momentan denke ich auch ganz anders als in den letzten zwei wochen. hoffnungsvoller, positiver. mit relativ großem unverständnis darüber, wie panisch ich die letzten tage war. es ist, als wär mein gehirn jetzt wieder “normal” gepolt, als wäre eine verbindung wiederhergestellt oder irgendein panikauslösender stoff abgebaut worden. ganz merkwürdig.

wenn ich das nur konservieren , und in künftigen situationen früher anwenden könnte! das würde mich dann schneller wieder zur vernunft bringen, denke ich…

naja, ich bin dann mal weg.

Zurück!

Veröffentlicht in dentalphobie, erfolg, erleichterung, kampf, schritt für schritt, stolz am 9. April 2009 von ichhabeangst

so, ich bin wieder zurück!

ich lebe noch!

es geht mir sogar gut!

und, was ich ehrlich sagen muss: es war nicht schlimm!

der zahnarzt war sowas von nett. er hat sich geduldig und verständnisvoll angehört, was ich ihm erzählte. meine befürchtungen wegen schimpf und schande waren (natürlich) umsonst. ich dachte ja immer, eine frau läge mir besser, aber dieser doc ist völlig ok. sehr umsichtig, er erklärt alles, er warnt vor. sofern das wort in diesem zusammenhang überhaupt passt, würde ich sagen: toll!

es stehen jetzt einige behandlungen an. ok, da werd ich mit fertig. aber die prognose ist nicht ganz so gruselig, wie ich es mir vorgestellt habe. aber ich habe auch plakate und fotos gesehen, und ich denke, da gibt es noch eine fülle von möglichkeiten, über deren existenz ich bisher nicht zu träumen gewagt habe.

also, erstmal alles im grünen bereich.

dennoch hat die erleichterung noch nicht wirklich eingesetzt, vermutlich muss es erst mal sacken.

dennoch, ich bin nicht mehr so sehr am boden zerstört, die sorge ist kleiner geworden, ein kleines bißchen stolz ist schon gekeimt. ich sehe jetzt viel optimistischer in die zukunft!

das schlechte gewissen

Veröffentlicht in angst, kampf, schlechtes gewissen, schritt für schritt am 30. März 2009 von ichhabeangst

ein großer teil von mir, quasi ein dicker kumpel in meinem inneren, ist mein schlechtes gewissen.

und wie das so ist, mit den freunden, manche tun einem gut, andere eher das gegenteil.

und ich weiß, dass mein kumpel, das schlechte gewissen, auf jeden fall schlecht für mich ist.

an manchen dingen bin ich selbst schuld, das stimmt. aber keinesfalls an allem. und fehler machen ist durchaus menschlich.

ich möchte gerne diesen kumpel in die wüste schicken. oder dahin, wo der pfeffer wächst, egal. hauptsache irgendwo hin, wo er mich in ruhe läßt.

schlechtes gewissen ruft bei mir nämlich oft wiederum angst hervor. oder geht mit der angst hand in hand.

ein bisschen mehr selbstbewusstsein bitteschön.

auch wenn ich nicht alles richtig mache, kann ich durchaus zufrieden mit mir sein.

aber wenn ich jetzt so schritt für schritt die angst bekämpfe, und mir das abgewöhne, was ich an mir am meisten NICHT leiden kann, wofür ich mich selbst nicht leiden kann, was ich mir kaum selbst verzeihen kann, werde ich in meiner selbstachtung auf jeden fall steigen. und daraus ergibt sich vielleicht weniger raum für kumpel schlechtes gewissen. dann sucht er vielleicht von sich aus das weite!

das ist doch mal eine positive aussicht!

Verdrängen

Veröffentlicht in angst, dentalphobie, strategien, techniken am 30. März 2009 von ichhabeangst

ich glaube mittlerweile, es gibt zwei verschiedene “verdrängen”s.

einmal das negative: man verdrängt etwas wichtiges, was in der folge möglicherweise jemand schaden zufügen kann.

dann aber auch das positive: man verdrängt etwas, das einen behindert und setzt sich erst mit dem problem auseinander, wenn es soweit ist.

ich versuche jetzt ein positives verdrängen mit meiner zahnarztangst. in 11 tagen habe ich den termin. ich kann und will mich nicht 11 tage lang verrückt machen. ich will jetzt meine angst verdrängen und mich soweit es geht, erst dort damit befassen. denn was nutzt es mir, wenn ich jetzt dauernd grübele und mache, ich komme weder zu einem ergebnis noch bringt es mich einen schritt weiter.

im gegenteil hemmt es mich nur. ich werde immer panischer und wahnsinniger. gestern hat es bereits relativ gut hingehauen mit dem ablenken. wenn ich nicht dran gedacht habe, ging es mir richtig gut. und dann ertappe ich mich dabei, wie ich im unterbewusstsein absichtlich zu mir sage: hör mal eigentlich mußt du dich gruseln und so, schließlich gehst du bald zum zahnarzt!

blödsinnig, oder? ja ich gehe bald zum zahnarzt, und bis dahin will ich mich NICHT gruseln, und müssen muss ich es schon gar nicht! warum soll ich es mir selbst unnötig schwer machen?

also:

ABLENKEN, ANGST WEGDRÄNGEN, ERST DAMIT BEFASSEN, WENN ES SOWEIT IST. toll wäre es, wenn ich mich noch nicht mal “wenn es soweit ist” mit der angst befassen müsste! :D aber wir wollen ja nicht vermessen sein…

1. Schritt: Termin ausmachen

Veröffentlicht in angst, dentalphobie, kampf, schritt für schritt am 30. März 2009 von ichhabeangst

am freitag habe ich mit grausen festgestellt, daß mir zähne wackeln. verdammte scheiße, kann ich da nur sagen. meine zahnärztliche geschichte ist schnell erzählt, weil sie mau ist. quasi kaum vorhanden. vor knapp 5 jahren habe ich mein gebiss notdürftig überholen lassen. unter vollnarkose wurden kariöse zahnüberreste entfernt, zähne geflickt.

damals war ich so happy, daß sich die zahngeschichte für die nächste zeit erledigt hat. tja. wär ich mal regelmäßig weiter hingegangen. aber so ist das eben mit der angst, wenns nicht ganz dringend nötig ist, meidet man eben die angstauslösende situation. außerdem nutzt jetzt hätte, wäre, wenn sowieso nichts mehr. es ist, wie es ist.

jetzt heißt es, zusammenreißen, dem problem gegenübertreten.

soeben habe ich in der zahnarztpraxis angerufen, bei der ich auch mit dem nachwuchs war. dieser arzt wirkte sehr nett, ruhig und verständnisvoll. ich habe am 9.4. einen termin. ich habe auch gleich gefragt, ob die helferin am telefon meint, daß ich bei ihnen richtig bin. ich sei absoluter panikpatient und würde gerne erst mal mit dem arzt reden, meinen fall besprechen. ganz rational.

gestern war ich relativ ruhig, jetzt bin ich wieder ziemlich panisch. nutzt aber nichts, ich will es jetzt schaffen!

das erste treffen ist für mich immer das schlimmste. wobei ich mir eingestehen muss, daß das früher noch schlimmer war. da hatte ich immer noch die sorge, daß man mit mir schimpft, weil ich das thema so vernachlässigt habe. mittlerweile weiß ich schon, daß ich nicht der einzige mensch mit dentalphobie bin. daß nicht jeder mensch tatsächlich regelmäßig alle halbe jahr zum zahnarzt rennt.

das schlechte gewissen ist trotzdem da. und scham. aber auch das nutzt nichts, es ist, wie es ist. ich will ja jetzt dagegen ankämpfen.

hier gibts mehr zum thema.

interessant übrigens, daß da steht, daß vollnarkose nichts hilft. für den moment vielleicht, aber hinterher ist man nicht wirklich angstfreier. das habe ich bei mir auch festgestellt. daß ich psychologische unterstützung brauche, sehe ich erst einmal nicht. ich denke wenn ich mich mit dem arzt unterhalten habe, und je nachdem wie das gespräch mit ihm ablief, werde ich die behandlung auch so überstehen. und je öfter ich dort hin gehe, desto kleiner wird die panik. hoffentlich. was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

ich denke, eigentlich bin ich sogar recht stark. die stärke wird nur im moment von der panik verdrängt. je kleiner die panik, desto stärker werde ich. das ist zumindest der plan.

ich hoffe, ich kann den termin auch einhalten ;)

aber ich will es eigentlich schon, ich könnte mir das hinterher sicherlich nicht verzeihen. und dann wär ich noch unzufriedener mit mir.

ACH WAS, SCHEISS AUF DIE ANGST, ICH SCHAFFE DAS!!!!

ich packs an.

Veröffentlicht in angst, kampf am 28. März 2009 von ichhabeangst

ich habe keine lust mehr, mich ständig schlecht zu fühlen. schlechtes wetter hin oder her, ich bin auch bei sonnenschein anfällig. ich will keine panikattacken mehr. ich will mich nicht mehr starr fühlen. ich will nicht mehr unfähig sein, den alltag zu bewältigen. ich schreibe jetzt. über alles. das wird mir helfen.

es ist keine schande, angst zu haben. viele menschen haben angst. angst ist auch wichtig. aber sie darf mein leben nicht einschränken, sie darf mich nicht krank machen. daher werde ich hier meine ängste durchleuchten, rationalisieren, in worte fassen.

es wird sicherlich nicht schnell gehen, es wird sicherlich nicht alles funktionieren, ich werde rückschläge hinnehmen müssen, werde wieder in starre fallen. ich hoffe, es wird nach und nach weniger.

liebe angst, deine tage bei mir sind gezählt. ich sage dir den kampf an. ich werde dich verdrängen. ich werde dich so klein machen, daß du es kaum noch wagen wirst, an die oberfläche zu treten. ich schaffe das.

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