1. Schritt: Termin ausmachen

am freitag habe ich mit grausen festgestellt, daß mir zähne wackeln. verdammte scheiße, kann ich da nur sagen. meine zahnärztliche geschichte ist schnell erzählt, weil sie mau ist. quasi kaum vorhanden. vor knapp 5 jahren habe ich mein gebiss notdürftig überholen lassen. unter vollnarkose wurden kariöse zahnüberreste entfernt, zähne geflickt.

damals war ich so happy, daß sich die zahngeschichte für die nächste zeit erledigt hat. tja. wär ich mal regelmäßig weiter hingegangen. aber so ist das eben mit der angst, wenns nicht ganz dringend nötig ist, meidet man eben die angstauslösende situation. außerdem nutzt jetzt hätte, wäre, wenn sowieso nichts mehr. es ist, wie es ist.

jetzt heißt es, zusammenreißen, dem problem gegenübertreten.

soeben habe ich in der zahnarztpraxis angerufen, bei der ich auch mit dem nachwuchs war. dieser arzt wirkte sehr nett, ruhig und verständnisvoll. ich habe am 9.4. einen termin. ich habe auch gleich gefragt, ob die helferin am telefon meint, daß ich bei ihnen richtig bin. ich sei absoluter panikpatient und würde gerne erst mal mit dem arzt reden, meinen fall besprechen. ganz rational.

gestern war ich relativ ruhig, jetzt bin ich wieder ziemlich panisch. nutzt aber nichts, ich will es jetzt schaffen!

das erste treffen ist für mich immer das schlimmste. wobei ich mir eingestehen muss, daß das früher noch schlimmer war. da hatte ich immer noch die sorge, daß man mit mir schimpft, weil ich das thema so vernachlässigt habe. mittlerweile weiß ich schon, daß ich nicht der einzige mensch mit dentalphobie bin. daß nicht jeder mensch tatsächlich regelmäßig alle halbe jahr zum zahnarzt rennt.

das schlechte gewissen ist trotzdem da. und scham. aber auch das nutzt nichts, es ist, wie es ist. ich will ja jetzt dagegen ankämpfen.

hier gibts mehr zum thema.

interessant übrigens, daß da steht, daß vollnarkose nichts hilft. für den moment vielleicht, aber hinterher ist man nicht wirklich angstfreier. das habe ich bei mir auch festgestellt. daß ich psychologische unterstützung brauche, sehe ich erst einmal nicht. ich denke wenn ich mich mit dem arzt unterhalten habe, und je nachdem wie das gespräch mit ihm ablief, werde ich die behandlung auch so überstehen. und je öfter ich dort hin gehe, desto kleiner wird die panik. hoffentlich. was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

ich denke, eigentlich bin ich sogar recht stark. die stärke wird nur im moment von der panik verdrängt. je kleiner die panik, desto stärker werde ich. das ist zumindest der plan.

ich hoffe, ich kann den termin auch einhalten ;)

aber ich will es eigentlich schon, ich könnte mir das hinterher sicherlich nicht verzeihen. und dann wär ich noch unzufriedener mit mir.

ACH WAS, SCHEISS AUF DIE ANGST, ICH SCHAFFE DAS!!!!

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